Typographie 2.0
sIFR - mehr Gestaltungsfreiheit für Webdesign(er)
Nach Monaten harter Arbeit gelang es zwei Programmieren aus den USA, Mike Davidson und Mark Wubben, eine Methode zu entwickeln, mit der eine weitere Hürde in Punkto Gestaltungsfreiheit im WWW genommen wird - sIFR (scalable Inman Flash Replacement).
Dass so mancher Kompromiss bei der Gestaltung von Webseiten geschlossen werden muss, ist kein Geheimnis mehr und dürfte sich inzwischen auch in Nicht-Fachkreisen herumgesprochen haben.
Ein wesentlicher Bestandteil eines Corporate Designs ist nach wie vor die strikte Verwendung der Hausschrift(en) - in allen Kommunikationsmaßnahmen. Das Medium Homepage, aus der Reihe der Digital-Media, bietet sich für die Corporate Design-Treue jedoch kaum an, denn hier ist es lediglich möglich, Schriftarten zu definieren, bei denen man sicher sein kann, dass der Betrachter diese auch auf seinem Computer installiert hat. Deshalb beschränkte man sich hier auf die Systemschriftarten.
Manch ein Designer wollte sich diesem Schicksal aber nicht ohne weiteres ergeben und bediente sich einer Methode namens "Image Replacement". In zeitaufwändiger Arbeit mussten Grafiken angefertigt werden, deren Inhalte die zu ersetzenden Wörter wiedergeben - in Corporate Design konformer Typographie.
Die komfortablere Lösung hierfür bietet nun sIFR (scalable Inman Flash Replacement). "Siffer" setzt sich in der Version 3.0 aus vier Komponenten zusammen. Dem Flash-Film, dem Javascript und seiner Konfigurationsdatei sowie einem CSS (Cascading-Style-Sheet).
Das Prinzip ist denkbar einfach. Innerhalb eines Flash-Movies wird die gewünschte Schriftart mit seinen Schriftschnitten definiert und eingebettet. Diese Datei wird auf dem Webserver abgelegt und dient ab sofort sozusagen als "Charset-Pool".
Beim Aufruf einer Site geschieht nun folgendes: Der Webbrowser erkennt beim Aufbau die zu ersetzenden Textpassagen, blendet diese mittels CSS aus und ersetzt diese in genau der gewünschten Typographie - verlustfrei, skalierbar, suchmaschinenfreundlich und plattformübergreifend. Verausgesetzt - der Browser ist in der Lage Flashinhalte wiederzugeben.
Einziger Wehrmutstropfen - aktuell kann es bei gleichzeitigem Einsatz von Javascript Libraries wie Mootools, Scriptaculous o.ä. zu Konflikten kommen. Dies dürfte aber bald auch der Vergangenheit angehören.
Fazit:
Auf Grund der zusätzlichen Ladezeit der Scripte und der Zeit die der Browser dafür benötigt
die Zeichen zu rendern, sollte man sich dieser Technik lediglich für Headlines oder ähnliche
Elemente bedienen. Denn auch hier gilt: Weniger ist mehr...
Alles in allem jedoch ein echter Fortschritt in Richtung Gestaltungsfreiheit.